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Sachsen-Anhalts Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck warnt vor Einschränkungen bei Integrationskursen
Die Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Susi Möbbeck, hat vor dramatischen Folgen für die Integration von zugewanderten Menschen in Sachsen-Anhalt gewarnt, sollte es bei den Kürzungen bleiben.
„Der Erwerb der deutschen Sprache ist der Schlüssel für erfolgreiche Integration. Für das Ankommen in Sachsen-Anhalt und die Integration in Arbeit sind Deutschkenntnisse unentbehrlich“, sagte Möbbeck, die auch Integrationsbeauftragte der Landesregierung ist (Pressemitteilung). Sachsen-Anhalt verliere in den kommenden 15 Jahren rund 20 Prozent der Erwerbsbevölkerung aufgrund der demografischen Entwicklung und sei dringend auf gelingende Zuwanderung angewiesen.
Gut ausgestattete Sprach- und Integrationskurse seien die Grundvoraussetzung, damit eine zügige Integration in Arbeit und Gesellschaft gelingt, erklärte Möbbeck. Besonders widersinnig erscheine die Streichung der Kurszulassung für Menschen aus der Ukraine und aus EU-Ländern, deren erfolgreiche und schnelle Arbeitsmarktintegration seit Jahren intensiv gefördert wird. „Auch für Geflüchtete aus anderen Ländern ist ein frühzeitiger Zugang zur deutschen Sprache erforderlich, damit Integration nicht behindert und kostbare Zeit verloren geht. Diese in der Integrationspolitik weitgehend unstrittigen Erfahrungen und Erkenntnisse dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden“, fügte die Staatssekretärin hinzu.
Für die Träger der Integrationskurse erzeuge der Zulassungsstopp zudem hohe Planungsunsicherheit, da viel weniger Teilnehmende in die bereits geplanten Kurse einmünden. Gerade im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt würden Kurse stark ausgedünnt, weil die notwendigen Mindestteilnahmezahlen nicht zustande kämen. Dies führe zu Verzögerungen und Absagen von Kursen und gefährde somit auch den Integrationserfolg derjenigen, die zur Teilnahme zugelassen sind. Die Existenz von Bildungsträgern, die sich auf Sprachkurse spezialisiert haben, werde gefährdet.
Den Angaben zufolge erteilt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für Personen im Asylverfahren, für Geduldete sowie für Menschen aus der Ukraine und aus EU-Ländern keine Zulassungen mehr für die Teilnahme an Integrationskursen. Damit könne ein erheblicher Teil der Neuzugewanderten nicht mehr oder nur noch mit langen Verzögerungen an Integrationskursen teilnehmen. Für Sachsen-Anhalt wird geschätzt, dass bis zu 40 Prozent der bislang Teilnahmeberechtigten von den Einschränkungen betroffen sein könnten.
Susi Möbbeck forderte den Bund auf, die Beschränkungen aufzuheben und schnellstmöglich in Gespräche mit den Ländern einzutreten, um eine verlässliche Integrationskurslandschaft zu sichern.
Kontakt: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Pressestelle, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg, Telefon: 0391/567-4608, E-Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de
16. Februar 2026
Halle (Saale): Interreligiöser Lern- und Begegnungsort „Out of the box“ jetzt fest im Herzen der Neustadt verankert
Unweit des Neustadt-Centrums in Halle (Saale) ist mit einem umgebauten Bürocontainer der stationäre Lern- und Begegnungsort „Out of the box“ entstanden, wo Akteure verschiedener Religionsgemeinschaften einen Einblick in religiöse Gemeinsamkeiten und Besonderheiten geben.
Was im November mit dem „Zelt des Glaubens“ in Halle-Neustadt seinen Anfang genommen habe, habe mit einem umgebauten Bürocontainer seine Verstetigung erfahren, heißt es in einem Bericht auf der Seite des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis.
„Ich finde es richtig schön, welch positive Stimmung hier ist. Das sagt viel darüber aus, wie sich die Menschen hier in unserem Container fühlen. Ich glaub, das wird was“, sagte Pfarrerin Hanna Henke demnach über den Zuspruch am Eröffnungstag. Von der Sinnhaftigkeit überzeugt äußerte sich auch der Leiter des städtischen Dienstleistungszentrums Integration, Oliver Paulsen.
Künftig kann der Bürocontainer „Out of the box“ den Angaben zufolge nach Anmeldung mit Gruppen und Schulklassen besucht werden. Er ist ausgestattet mit interaktivem Material für verschiedene Altersgruppen. Zudem sind perspektivisch auch feste Öffnungszeiten geplant. Ein erster inhaltlicher Schwerpunkt soll die im Februar beginnende Fastenzeit sein. Der bewusste Verzicht sei laut Pfarrerin Henke ein verbindendes Element zwischen den Religionen.
Am Projekt beteiligt sind das Islamische Kulturcenter Halle (Saale) e.V., der Landesverband Jüdischer Gemeinden, die Evangelische Emmausgemeinde Halle als Vertreterin des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis sowie die hallesche Bahai-Gemeinde.
Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Innern und für Heimat im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz auf Basis eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Ort: Freifläche an der Unterführung Albert-Einstein-Straße / Ecke Otto-Hahn-Straße
Anmeldung/Kontakt: pfarramt.halle-neustadt(at)ekmd.de
9. Februar 2026
Die EU als Wertegemeinschaft ist Schwerpunktthema – Aufruf zur Beteiligung an Europawochen in Sachsen-Anhalt (30. April bis 31. Mai 2026)
Auch in diesem Jahr steht der Mai in Sachsen-Anhalt ganz im Zeichen Europas. So sind vom 30. April bis zum 31. Mai erneut engagierte Vereine, Institutionen, Organisationen und andere Interessierte eingeladen, sich an den Europawochen zu beteiligen.
Die Europawochen bieten eine hervorragende Möglichkeit, die vielfältigen europäischen Bezüge der Arbeit der Akteurinnen und Akteure im Land öffentlich zu präsentieren und aktuelle europäische Fragen auf kreative Weise in den öffentlichen Diskurs einzubringen (Pressemitteilung).
Das übergreifende Motto der diesjährigen Europawochen lautet „Die EU als Wertegemeinschaft: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa“. Als Themen wurden unter anderem grenzüberschreitende Kooperationen (insbesondere Sachsen-Anhalt und seine europäischen Partner), Medienkompetenz sowie aktuelle EU-relevante Fragen etwa des Klimas, der Wirtschaft, der Währung und der EU-Erweiterung genannt.
Die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Sachsen-Anhalts vergibt Zuschüsse für Projekte oder Veranstaltungen, die sich mit den gesetzten Themen beschäftigen. Das Team GOEUROPE! EJBM bei der Bildungsnetzwerk Magdeburg gGmbH unterstützt auch in diesem Jahr die Organisation und Durchführung. Fördergeld kann dort bis zum 31. März beantragt werden.
Sachsen-Anhalts Europaminister Rainer Robra hat mit einem Ankündigungsschreiben dazu eingeladen, die Europawochen aktiv mitzugestalten. „Lassen Sie uns gemeinsam ein vielfältiges und lebendiges Programm entwickeln, das Europa in all seinen Facetten hier in Sachsen-Anhalt erlebbar macht“, betonte Robra.
Termin: 30. April bis 31. Mai 2026
Ort: landesweit
Kontakt: GOEUROPE! EJBM bei der Bildungsnetzwerk Magdeburg gGmbH, Lüttgen-Ottersleben 18a, 39116 Magdeburg, Telefon: +49 391 636 01 80, E-Mail: europawochen@goeurope.eu
3. Februar 2026
5. Internationaler Neujahrsempfang 2026 der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt: 30. Jubiläum des einewelt hauses bildete einen Schwerpunkt
Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) hatte am 28. Januar 2026 zu ihrem 5. Internationale Neujahrsempfang in das einewelt haus Magdeburg eingeladen. Ein Schwerpunktthema bildete das 30-jährige Jubiläum des einewelt hauses, dessen Träger die AGSA ist.
Es steht seit nunmehr drei Jahrzehnten für gelebte Vielfalt, demokratische Kultur, internationale Verständigung und ein solidarisches Miteinander in Sachsen-Anhalt. Rund 130 Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Kultur nahmen an der Veranstaltung teil, um gemeinsam den Blick auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zu richten.
Die Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und Landesintegrationsbeauftragte Susi Möbbeck gratulierte zum 30-jährigen Bestehen: „Ein großes Dankeschön an all die Menschen, die mit dem einewelt haus einen Ort der Solidarität erbaut haben, an dem Menschen willkommen sind. Ihr Engagement und Ihr langer Atem lässt das Haus weit über Magdeburg strahlen.“
Weitere Grußworte und Ansprachen hielten u.a. der Präsident des Landtages a.D., Dieter Steinecke, der Vorstandsvorsitzende der AGSA, Dennis Butewitz, sowie Deeban Chakravarthi Mathivanan, Vorsitzender des Magdeburg Indians e.V..
- zum ausführlichen Bericht der AGSA mit weiteren Bildern
Der Empfang war Teil des Aktionsprogramms „Eine Stadt für alle“ der Initiative Weltoffenes Magdeburg. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Sängerin Karolina Trybala. Ihre stimmungsvollen Darbietungen trugen dazu bei, den Abend zu einem besonderen Erlebnis zu machen.
Kontakt: Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., einewelt haus, Schellingstraße 3-4, 39104 Magdeburg; Telefon: +49 391 5371 200, E-Mail: info@agsa.de
2. Februar 2026
„Ganz unten im System“: Lesung und Podiumsdiskussion mit Autor Sascha Lübbe in Quedlinburg
Am 22. Januar 2026 fand eine Veranstaltung des EINE WELT Netzwerk Sachsen-Anhalt e.V., einer Mitgliedsorganisation der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA), in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung unter dem Titel „Ganz unten im System – Wie uns Arbeitsmigrantinnen den Wohlstand sichern“ im Dachverein Reichenstraße e.V. in Quedlinburg statt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Lesung aus dem gleichnamigen Buch des Journalisten und Autors Sascha Lübbe. In seinen Recherchen zeigt er auf, dass prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitsmigrantinnen in vielen Fällen keine Einzelfälle sind, sondern auf strukturelle Ursachen zurückgehen. Thematisiert wurden unter anderem falsche Versprechen bei der Anwerbung, Verstöße gegen arbeitsrechtliche Vorgaben, Unterbezahlung sowie fehlende soziale Absicherung.
Ein besonderer Fokus lag auf der Situation von EU-Bürgerinnen aus Osteuropa, darunter viele aus Rumänien, die im Niedriglohnsektor tätig sind und häufig am Ende komplexer Subunternehmerstrukturen stehen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die strukturellen Rahmenbedingungen von Arbeitsmigration vertieft diskutiert. Deutlich wurde, dass die enge Verknüpfung von Arbeitsverhältnis, Wohnsituation und Aufenthaltsstatus die Meldung von Arbeitsrechtsverstößen erheblich erschwert. Zugleich wurde auf Defizite bei Kontrolle, Durchsetzung und Monitoring bestehender Arbeitnehmerrechte hingewiesen.
Die Diskussion machte zudem die wichtige Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure sichtbar. Thematisiert wurde, dass migrantische Communities zunehmend digitale Kommunikationswege nutzen, um Informationen über Arbeitsbedingungen auszutauschen und vor problematischen Beschäftigungsverhältnissen zu warnen. Daraus ergibt sich ein wachsender Bedarf an gut erreichbaren Beratungs- und Unterstützungsstrukturen sowie an verlässlicher, mehrsprachiger Information.
Diese Fragestellungen sind auch Gegenstand der Arbeit der AGSA. Die AGSA hat im Januar 2026 die Koordinierungsstelle des EUMIGRA-Netzwerkes gestartet, die sich schwerpunktmäßig mit den Anliegen von Unionsbürgerinnen und Unionsbürgern in Sachsen-Anhalt befasst. Im Rahmen des Netzwerkes können mehrsprachige Informationen über die Website www.eumigra.de abgerufen sowie Beratungsthemen initiiert werden.
30. Januar 2026
Inzwischen mehr als 2.000 ausländische Ärzte in Sachsen-Anhalt – wichtigster Arbeitsort sind die Krankenhäuser
Der allgemeine Anstieg der Anzahl der Medizinerinnen und Mediziner in Sachsen-Anhalt ist auch der wachsenden Gruppe der ausländischen Ärztinnen und Ärzte zu verdanken. Deren Anzahl hat die Marke von 2.000 überschritten.
Wie es in dem Bericht des MDR unter Berufung auf die Ärztekammer heißt, hatten zum Ende 2025 genau 2.035 Menschen ausländischer Nationalität in Sachsen-Anhalt eine abgeschlossene medizinische Ausbildung. Ende 2024 waren es 1.903 gewesen und Ende 2023 noch 1.833.
Insgesamt wurden landesweit 14.381 Ärztinnen und Ärzte verzeichnet. Damit liegt der Anteil ausländischer Medizinerinnen und Mediziner bei 14,2 Prozent. Laut Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung würden allerdings nach wie vor Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt fehlen.
Fast alle ausländischen Medizinerinnen und Mediziner sind dem Artikel zufolge auch aktiv berufstätig. Ende 2025 seien dies 1.912 Personen gewesen, auch diese Zahl steige.
Die meisten ausländischen Ärztinnen und Ärzte sind in Krankenhäusern angestellt, nur ein geringer Anteil arbeitet in einer Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum. Als die am häufigsten vertretenen Herkunftsländer wurden Aserbaidschan, die Ukraine, Syrien, Russland und Rumänien genannt.
19. Januar 2026
Sachsen-Anhalt will mehr Migranten in Arbeit vermitteln – landesweiter Einsatz von Job-Koordinatoren geplant
In Sachsen-Anhalt sollen mehr Migranten als bisher auf dem Arbeitsmarkt vermittelt werden. Ein Vorbild könnte nach einem Zeitungsbericht ein Projekt für ukrainische Buchhalterinnen im Harz sein.
„Ausländische Beschäftigte sind unverzichtbar“, zitiert die „Mitteldeutsche Zeitung“ Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (Ausgabe vom 8. Januar 2026, Bezahlschranke) mit Blick auf fehlende Fachkräfte im Land. Einige Branchen seien auf Arbeitnehmer aus dem Ausland angewiesen. Zudem erleichtere der Berufseinstieg die soziale Integration.
So sollen im Laufe des Jahres landesweit 25 Job-Koordinatoren ihre Arbeit aufnehmen. Geplant sei, dass sie als Vermittler ausländische Jobsuchende und kleine Unternehmen zusammenführen sowie eine enge „Eins-zu-eins-Betreuung“. Die Menschen müssten das Gefühl haben, dass sie „hier willkommen“ sind. Vor allem kleinere Unternehmen seien von Fachkräftemangel betroffen, etwa im Baugewerbe.
Die Koordinatoren hätten bereits in Mansfeld-Südharz, Wittenberg, Halle und dem Saalekreis ihre Tätigkeit aufgenommen. Im Rest des Landes soll es in den kommenden Monaten so weit sein.
Aktuell sind den Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt etwa 18.000 Ausländer ohne Job, sie machen rund 20 Prozent aller Arbeitslosen im Bundesland aus. Laut Petra Grimm-Benne stieg zuletzt die Quote der arbeitenden Ukrainer auf 7.300 Menschen, das seien 1.900 mehr als vor einem Jahr. Mit Verweis auf die Arbeitsagentur schreibt die „Mitteldeutsche Zeitung“, dass damit rund 35 Prozent der arbeitsfähigen Ukrainer in Lohn und Brot stünden.
Ein außergewöhnliches Jobprojekt läuft der Zeitung zufolge seit Oktober 2025 im Landkreis Harz, wo das Jobcenter 16 Ukrainerinnen mit Erfahrung in Buchhaltung und Betriebswirtschaft vom Sprachkurs bis zur Vermittlung an lokale Arbeitgeber begleitet.
Das Arbeitsministerium plane zudem, im Laufe des Jahres mehr internationale Fachkräfte in die Pflege- und Gesundheitsbranche zu holen.
9. Januar 2026